Die Pferdelords und das verborgene Haus der Elfen

von Michael H. Schenk

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Garodem und seine Pferdelords werden von den Elfen zu Hilfe gerufen. Seit Jahren haben diese von einem ihrer Häuser keine Nachricht mehr erhalten. Jeder Kontaktversuch ist gescheitert; der letzte Suchtrupp der Elfen nicht mehr zurück gekehrt.

Der Pferdefürst bricht auf und erreicht mit seinen Lords schon bald die versteinerten Wälder, in denen sich das verborgene Haus befinden soll. Aber ihr Weg ist ein Weg des Schreckens. Sie finden den vermissten Suchtrupp und zuletzt sogar das gesuchte Haus der Elfen, doch alles was dort einst lebendig war, ist nun mitten in der Bewegung erstarrt und – versteinert.

Zugleich entdecken sie ein großes Kriegslager der Orks und ein schrecklicher Verdacht drängt sich ihnen auf: Ihr mächtigster Gegner ist erneut erstarkt und hat sich mit einem Feind zusammengetan, gegen den es keinen Schutz gibt!

Leseprobe:

Es missfällt mir, an der Seite der Menschenwesen zu stehen. Sie sind schwach. Vier ihrer Häuser sind schon der Finsternis erlegen.“
Jalan-olud-Deshay hob den Blick und musterte das Funkeln der Sterne am nächtlichen Himmel. „Die anderen drei werden bald folgen.“
Sein Freund Theon-olud-Deshay zuckte die Achseln. „Sie sind Kurzlebig, aber nicht schwach, Jalan. Du tust den Menschenwesen Unrecht.“
Jalan stieß ein leises Schnauben aus. „Vor vielen Tausend Jahreswenden streckte der Schwarze Lord mit seinen Orks die Hand nach den Reichen der Elfen und Menschen aus. Er wurde bezwungen und in die Finsternis zurück geworfen. Es wäre die Zeit gewesen, zu erstarken, aber der Schwarze Lord machte den Menschenwesen Geschenke und verführte sie. Habgier und Missgunst beherrschen die Herzen der Menschen. Theon, mein Freund, die menschlichen Königreiche sind dem Untergang geweiht.“
„Nur wenn sie alleine stehen.“ Theon lächelte sanft. „Doch erstmals stehen elfische Krieger und Menschen Seite an Seite. So hat es der Hohe Rat der Häuser beschlossen.“
„Gegen meine Stimme.“ Jalan betrachtete die Sternbilder.

Sie standen auf einer gewaltigen Lichtung inmitten des Waldes. Des Waldes. Jenes Waldes, in dem alles seinen Anfang genommen hatte. Zumindest, wenn man es vom Standpunkt eines elfischen Wesens betrachtete. Hier, in diesem Wald, erhob sich das gewaltige Haus des Urbaums, das elfische Haus Deshay. Das erste, älteste und stärkste Haus des Elfenvolkes.
Von hier waren die Elfen einst ausgezogen und hatten die anderen Häuser des Waldes und der See gegründet. Nun gab es viele Elfenhäuser, doch keines würde je die Größe und Bedeutung des Urhauses Deshay erlangen.
„Du warst nicht da, Jalan, mein Freund, und konntest nicht am Rat teilnehmen.“ Theons Stimme nahm einen leicht erregten Unterton an. „Du warst an den Neuen Ufern und hast sie gesehen.“
Jalan spürte die Neugier seines Freundes und wandte ihm den Blick zu. „Erst muss der Hohe Rat der Häuser meine Stimme hören. Zuvor kann ich nichts sagen, Theon, das weißt du. So ist es das Gesetz der Elfen.“
Jalan seufzte erneut und legte seine rechte Hand ungeduldig um den Griff seines leicht geschwungenen Schwertes. „Die Neuen Ufer sind voller Wunder und Gefahren. Meine Augen haben viel gesehen und wenn ich dem Hohen Rat der Häuser berichtet habe, wird mein Mund auch dir sagen können, wie es um die Zukunft unserer Häuser bestellt ist.“
Hinter Theon und Jalan war die große Lichtung von Blitzen und Funkeln erfüllt. Es schien, als sei der Boden aus Gras und Wildblumen unter einer goldenen Wolke verschwunden, denn Fünftausend elfische Krieger standen hier voll gerüstet und warteten schweigend. Warteten auf den Feind, der nun bald kommen musste.