Die Pferdelords und die Kristallstadt der Zwerge
Die grüne Kristallstadt der Zwerge ist von den Orks überrannt und die wundersame Kristallaxt, das Zeichen der Königswürde und der Schlüssel zur Stadt, geraubt worden. Jetzt stehen die Zwerge unter der Knechtschaft der Orks und ihre einzige Hoffnung ruht auf dem Zwergenkönig und seiner Begleitung, die in letzter Minute entkommen konnten. Schwer verwundet erreicht der Zwergenkönig das Land der Pferdelord und bittet dort Garodem, den Pferdefürsten der Hochmark, und seine Pferdelords um Hilfe – doch die Zeit drängt, denn die Zahl der Feinde wächst unermüdlich und schon künden in der Ferne mächtige Staubwolken vom Herannahen weiterer Orks…
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Balruk atmete schwer und lehnte sich für einen Moment an einen der Felsen. Er war ein kraftvoller Mann und mit seinen Hundert zwanzig Jahren im allerbesten Zwergenalter, aber seine Beine waren einfach nicht dafür geschaffen, seinen stämmigen Körper so weit und schnell zu tragen. Während er um Atem rang, blickte er den schmalen Pass zu rück, über den er gekommen war. Er und seine letzten drei Begleiter.
„Wir müssen weiter, mein König“, ächzte einer der anderen.
„Die Bestien sind uns dicht auf den Fersen.“
„Sie sind größer und schneller als wir“, brummte Balruk missmutig. „Aber so lange noch Kraft in unseren Armen ist, werden wir es ihnen nicht leicht machen.“
Einer der Begleiter wischte unbewusst mit seinem braunen Umhang über die von schwarzem Blut bedeckte Axt und betastete dann missmutig die tiefe Kerbe in einer der bei den Schneiden.
„Das waren die verfluchten Rundohren“, brummte er. „Möge der feurige Abgrund sie verschlingen. Ihre Panzer sind dick und hart.“
„Nicht dick und hart genug für unsere Streitäxte.“
Balruk stieß sich von dem Felsen ab. Gelegentlich erklang das leise Poltern herabstürzen der Steine, aber dies war im Gebirge völlig normal. Die Erosion forderte ihren Tribut. Doch nun zuckten Balruk und seine Begleiter nervös zusammen, denn jetzt konnte jedes Geräusch vom Fuß eines Orks ausgelöst worden sein, der sich ihnen näherte. Einer von Balruks Begleitern wies auf die einfache Axt, die Balruk in den Händen hielt.
„Sie haben Eure Axt Grünschlag gestohlen, mein König.“ Wir müssen sie zurückerhalten.“
Balruk nickte. „Das wird nicht ohne Hilfe gehen. Möge der feurige Abgrund die Bestien verschlingen.“
Er dachte an die glitzernde grüne Doppelschneide der Axt. Ihre Schneiden bestanden aus bestem geschliffenen Grünkristall und waren zu spröde, um zum Kampf zu tau gen. Doch Grünschlag war auch keine Streitaxt, sondern das zeremonielle Symbol der Königs würde. Ihr Griff bestand aus massivem Gold und die heiligen Symbole des Volkes waren in Silber darin eingelassen. Das Ende des Griffstückes war aus bestem Stahl geschmiedet und wies zahl reiche Einkerbungen und Dornen auf. Was auf den ersten Blick wie Verzierung wirkte, war je doch der Schlüssel zur Macht über die Stadt des Zwergenvolkes. Denn wer auch immer den Stiel der Axt in den Thron des Zwergenkönigs steckte, der gebot über die Menschen des kleinen Volkes. Aber nun würde ein orkisches Rundohr Grünschlag in den Thron stecken.








